
Mit unseren Eintrittskarten hatten wir Zutritt im Stehplatz-Gelände. Einmal mehr waren wir mit unserem Fanclub die grösste Fangemeinde vor Ort. Eine stattliche Anzahl von 32 Mitgliedern wollte die Abfahrt auf der WM Piste live miterleben. Wir rechneten mit besseren Wetterverhältnissen, denn der Nebel hing tief und die Sicht für die Fahrer war schlecht. Trotzdem herrschte im Zielgelände eine super Stimmung. Mit den Fans anderer Athleten trank man ein Glas Wein und stiess auf unsere Helden an. Den einen oder andern kannte man bereits von den vorhergehenden Skirennen.
Punkt zwölf Uhr eröffnete Andrej Sporn die Abfahrt auf der Kandahar-Piste. Das Rennen musste leider auf verkürzter Strecke durchgeführt werden. Mangels Sicht im oberen Streckenabschnitt fehlten die Gleitpassagen. "Kommt die kurze Rennstrecke Patrick entgegen?", fragten wir uns. Patrick startete als Neunter ins Rennen und das hiess, voller Angriff auf die Bestzeit des führenden Andrej Sporn.
Auch wir fieberten mit. Von den Fans angefeuert, lag Patrick bei der zweiten Zwischenzeit gleichauf mit Sporn. Nach der Zieldurchfahrt lag er 22 hundertstel Sekunden hinter ihm. Entäuscht nahmen wir dies zur Kenntnis. Trotzdem, mit dem 10. Schlussrang waren wir stolz auf unseren Patrick. Er belegte zum dritten Mal in dieser Saison die top Ten. Vor einem Jahr bei der WM in Garmisch musste er grippegeschwächt forfait erklären und frühzeitig nach Hause abreisen.
Auch heute auf der verkürzten Abfahrt von Garmisch hat Didier Cuche allen den Meister gezeigt. Er hat die Kandahar-Piste am schnellsten absolviert und mit der Bestzeit von 1.09.10 den Sieg gesichert. Um 18.00 Uhr ging es mit der Weltcupparty im Michael-Ende-Kurpark weiter. Die Rangverkündung und Startnummernauslohsung standen auf dem Programm. Auf dem Laufsteg präsentierten sich die Rennfahrer uns Fans und Gästen. Wir feierten mit den anderen Schweizerfans den Sieg von Didier Cuche. Mit grossem Interesse verfolgten wir die Startnummerauslohsung für den Super-G am Sonntag. Patrick wurde die Startnummer 7 zugeteilt. Somit konnten wir getrost zum Abendessen übergehen.
Im ehemaligen Suisse House in Garmisch hatte unser Präsident Chrigä Dürst einen Tisch für alle Fanclübler reserviert. Nach dem feinen Nachtessen trennten sich unsere Wege. Die einen schnupperten die Nachtluft von Garmisch, andere zogen es vor, sich im Hotel einen Schlummertrunk zu genehmigen.
Am Sonntag das gleiche Wetterbild wie am Samstag, sogar noch schlimmer. Der Nebel hing tief über Garmisch. Der unterste Streckenabschnitt bis zum Ziel war nebelfrei. Um 10:30 Uhr sprachen Vater und Mutter mit Patrick. Somit hatten wir die Infos aus erster Hand. Patrick wisse noch nicht, ob das Rennen durchgeführt werden könne. Abwarten und Tee trinken war für uns die Devise. Den Start des Super-G, welcher um 12.30 Uhr hätte beginnen müssen, wurde um eine Stunde verschoben. Leider wurde das Rennen um 13.00 Uhr dann ganz abgesagt. Die Wetterverhältnisse liessen am heutigen Tag keinen Super-G zu. Das Fanplakat von Patrick wurde abgenommen und wir zogen unverrichteter Dinge aus Garmisch ab. Trotzdem war es ein super Wochenende für alle. Herzlichen Dank an alle Fanclubmitglieder die unseren Patrick in Garmisch-Partenkirchen unterstützt hatten. Auch einen Herzlichen Dank geht an Chrigä, unseren Präsident, der die Fanclubreise nach Garmisch-Partenkirchen super organisierte.

In Lauterbrunnen angekommen wurde der Car weitergeleitet, bis zum Heliport wo sich der Parkplatz befand. Mit dem Shuttle fuhren wir zum Bahnhof von Lauterbrunnen zurück. Für Kurzentschlossene gab es die Möglichkeit mit dem Heli an den Start der Abfahrt zu fliegen, denn am Bahnhof standen hunderte Fans, die wie wir nach Wengen hinauf wollten. Einige von uns nahmen den Weg zu Fuss in Angriff und nach einer Stunde Marschzeit erreichten sie auch das Zielgelände.

Um 09:30 Uhr trafen bereits die ersten Fans von Patrick im Zielgelände ein, während die anderen Fans noch in Lauterbrunnen auf die Fahrt nach Wengen warteten. Um 10:30 Uhr war dann die Fangemeinde wieder zusammen, diesmal mit ca. 40 angereisten Fans. Auch mit dabei das Grosi von Patrick, um Ihrem Enkel die Daumen zu drücken. Das erste Mal an einem Rennen, wurden wir von Patricks' Hauptsponsor Ovomaltine, mit Ovo-Klebern im Gesicht und Ovo-Sonnenbrillen ausgestattet. In voller Fanausrüstung warteten wir auf den ersten Höhepunkt des Tages. Kurz bevor die Sonne uns erwärmte, rauschte die Patrouille Suisse über unser Köpfe hinweg. Welch ein Schauspiel und Erlebnis, die Jets mit deren Formationen in der überwältigten Bergwelt von Eiger, Mönch und Jungfrau zu sehen.

Um halb eins war dann auch der erste Fahrer gestartet und somit wurde der Wettkampf um den Sieg am Lauberhorn lanciert. Patrick stieg mit der Startnummer 14. ins Rennen, einen Startplatz hinter Didier Cuche. Die längste Abfahrt der Welt galt es für Patrick zu bewältigen. Mit grossem Jubel und Fahnen schwingen begleitet, erreichte er den guten zehnten Platz. Er gehörte zu den "Top Ten" der Lauberhorn-Abfahrer, als drittbester Schweizer klassiert. Der Sieg holte sich Beat Feuz. Carlo Janka belegte den 4. Rang.

Auch nach dem Rennen ging das Skifest am Lauberhorn für uns weiter. Wir fachsimpelten im Ziel noch über die Fahrt von Patrick und seinen Gegnern, bevor es uns dann nach Wengen ins Weltcupdörfli zug. Auf dem Dorfplatz stieg die grosse Skiparty, die Skifamilie feierte den Schweizersieg. Wir feierten mit und waren stolz auf unseren Patrick.

Nach der Rangverkündigung, ging das Rennen für uns los. Wir und all die anderen Skifans wollten so schnell wie möglich das Züglein nach Lauterbrunnen erwischen, doch wiederum galt es uns bei der riesigen Menschenschlange hinten anzustellen. Müde vom langen Tag, die Kälte vom Morgen noch in den Knochen, bestieg eine zufriedene Schar Fanclubmitglieder den Bus, der uns ins Glarnerland zurück brachte.

Für Patrick geht es mit einer sehr guten Leistung im Gepäck weiter. Sein nächstes Ziel im Fokus die Abfahrt von Kitzbühel.


Nach der Ankunft stiegen wir auf die Tribüne und hängten unser neues Fanplakat auf. Mit Essen und Trinken ausgestattet warteten wir auf das erste Abfahrtstraining. Endlich war Patrick an der Reihe. Von unserem Jubel getragen erreichte er den tollen dritten Trainingsplatz. Vom guten Resultat erfreut, bezogen wir unser Hotel das gerade vis à vis vom Zielraum stand, mit toller Aussicht auf den letzten Teil der Rennstrecke. Am Nachmittag zog es uns in die Altstadt von Bormio, um diese zu erkundigen. Zu später Stunde zurück beim Zielraum stellten wir mit Schrecken fest, dass das Fanplakat weg war. Die Carabinieri hatten es wohl abmontiert. In einer Nacht und Nebelaktion, mit Hilfe ein paar Milaneser stellte unser Präsident das Plakat wieder auf, so dass es am nächsten Morgen wieder bereit stand.
Am zweiten Tag schnallten wir uns die Skis an, um die WM Pista Stelvio zu besichtigen. Nach eingehendem Studium der Rennstrecke zogen wir es vor, die Trainingsfahrten von der Sonnenterasse des Restaurants aus zu geniessen. Von dort hatten wir freie Sicht auf die Einfahrt der Carcentina bis zum San-Pietro Sprung. Im Abschlusstraining konnte sich Patrick ein weiteres Mal steigern, er belegte den zweiten Platz. Am Abend auf dem Dorfplatz von Bormio wurde die Starnummernverlosung für die Abfahrt durchgeführt. Bei toller Stimmung, mit grossem Jubel begleitet, zog Patrick die Nummer 12.

Am Renntag verdoppelte sich unsere Zahl der Fans. Mit Stolz stellten wir fest, dass wir mit ca. 48 Leuten der grösste anwesende Fanclub waren. Mit grosser Anspannung warteten wir, bis Patrick mit der Startnummer zwölf ins Rennen stieg. Begleitet von tosendem Anfeuerungsrufen, Fahnenschwingen und Glockenklänge kämpfte sich Partick auf einer der schwierigsten Pisten ins Ziel. Auf der Anzeigetafel leuchtete die zwei auf, unser Jubel schwappte fast über. Nur einer war schneller, Didier Defago. Egal, für uns ist Patrick die Nummer eins und den hervorragenden zweiten Platz war fast wie ein Sieg. Später im Schweizer Hotel stiess Patrick zu uns, wo er mit einem herzlichen Applaus empfangen wurde. Da der Fanclub spontan eine Feier im Sportzentrum in Filzbach organsiert hatte, machten wir uns alle auf Richtung Glarnerland. Im Sportzentrum feierten wir unseren Helden und schlossen damit das Abenteuer Bormio ab.

Für Patrick folgt jetzt eine kleine Verschnaufspause, bis es dann nach dem Neujahr wieder mit den Trainings und den nächsten Rennen weitergeht.
Nächstes Ziel ist die Lauberhorn Abfahrt und der Fanclub wird wieder zahlreich vor Ort mitfiebern!